Samstag, 2. April 2011

my accident - the day part 5


 Teil 5

Im Anschluss mache ich Photos und frage mich schon währenddessen, ob sie auch nur im Ansatz das darstellen können, was ich gerade sehe.
Auf dem Rückweg sitzt mein achtbeiniger Freund noch genau dort, wo ich ihn verlassen habe. Nervös frage  ich frage mich, ob das gut oder schlecht ist und betrete zögernd die Brücke. Ein paar Augenblicke stehe ich hinter dem Spinnennetz und beobachte jede Bewegung des Tieres; es bewegt sich nicht. Vorsichtig ziehe ich meine Kamera aus der Seitentasche meiner Hose. Lautstark fährt das Objektiv aus und ich fahre erschrocken zusammen. Die Spinne hat anscheinend schlechte Ohren oder ist nicht kamerascheu, denn sie rührt sich weiterhin nicht vom Fleck. Ein paar Bilder und Selbstbeglückwünschungen sehe ich dann zu, dass ich wegkomme. Zurück auf dem Parkplatz wird der Helm aufgesetzt und es geht weiter. Die Landschaft ist inzwischen bergig und um mich herum ragen mehrere Gipfel bis ins Wolkendach. Nach 20 weiteren Minuten komme ich erneut an ein Kassenhäuschen hinter einer Tempelanlage mit Parkplatz (Photos). Die Aufschrift "Inthanon Nationalpark" sagt alles nötige und ich halte an der Kasse. Dem Pförter zeige ich mein Ticket von den Wasserfällen und mache mich auf den Endspurt. Nach fünf Kilometern sinkt meine Laune allerdings abrupt nach einem Blick auf die Tanknadel. Bis zum Berg sind es noch sicher 20 Kilometer und ich weiss nicht, wo die nächste Tankstelle ist.
Glücklicherweise ist in der nächsten Biegung das Tourist-Informationszentrum. Ich halte an und erkundige mich nach einer Tankstelle in der Nähe. Die mürrische Dame am Info-Stand spricht kein Wort Englisch, wedelt mir aber sofort mit 20 Umgebungskarten in Deutsch bis Suaheli unter der Nase rum. Noch bevor ich meine Wahl getroffen habe, zupft sie sie mir wieder aus der Hand und bittet mich militärisch freundlich um eine freiwillige Spende.( DONATION please!!!!!!!!!!!!!!!!!!) Ich bin ja eigentlich ein netter Mensch, aber nach der Aktion verzichte ich auf die Karte ... und die Spende.
Trotz multilingualer Verwirrung habe ich nämlich schon entdeckt, dass es im ganzen Park keine Tankstelle gibt und ich wohl, oder übel zurück muss. Zerknirscht lasse ich mich auf meinem Feuerstuhl nieder und fahre den Weg zurück, den ich so voller Euphorie erklommen habe. Mal wieder habe ich Glück denn schon nach 15 Minuten mache ich eine einsame Zapfsäule am Straßenrand aus und halte an. Für € 2,50 tanke ich voll und unternehme meinen zweiten Versuch wieder voller Zuversicht. Der Pförtner erkennt und winkt mich lächelnd durch, als ich in Sichtweite bin und endlich steht nichts mehr zwischen mir und dem Gipfel.
Stetig steigend schlängelt sich die Straße durch die Bergsenken und es wird zunehmend kälter. Die Landschaft um mich herum hat erneut eine unglaubliche Verwandlung durchgemacht. Während ich an den Wasserfällen schon dachte, ich sei im Urwald, hat sich die Vegetation pro Quadratmeter noch einmal verdoppelt, möchte man meinen. Zu einer Seite der Straße sprießen Ranken und Wurzeln über die Leitplanke, als würden sie vor lauter Neugier von den hinteren Reihen angeschoben. Der Wald unterhalb der Straße ist so dicht, dass man weder Stämme noch den Boden erkennt.

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