Teil 7
Es ist nun nur noch ein kurzes Stück bis zum Parkplatz, der unterhalb des Berggipfels liegt. Der kalte Fahrtwind fährt mir durch die Glieder und ich mag mir nicht ausmalen, was ich ohne Jacke getan hätte. Zum letzten Mal stelle ich an diesem Tag meinen Roller ab, wie ich heute weiß.
Es geht einen ausgetretenen Pfad hinauf und man muss auspassen, um nicht über Wurzeln oder dicke Ranken zu stolpern, die sich in wilder Pracht über den Weg spannen.Endlich ist es soweit und das Panorama, für dass ich diese Reise unternommen habe, tut sich in voller Überwältigung vor mir auf.
Kilometer weit kann ich über den dichten Wald und die scheinbar undendliche Natur blicken und gelegentlich steckt ein Berg seinen Gipfel neugierig durch die Wolkendecke. Ich setze mich auf meinen felsigen Thron und halte einmal mehr einige Minuten inne, um den Moment zu genießen.
Es geht einen ausgetretenen Pfad hinauf und man muss auspassen, um nicht über Wurzeln oder dicke Ranken zu stolpern, die sich in wilder Pracht über den Weg spannen.Endlich ist es soweit und das Panorama, für dass ich diese Reise unternommen habe, tut sich in voller Überwältigung vor mir auf.
Kilometer weit kann ich über den dichten Wald und die scheinbar undendliche Natur blicken und gelegentlich steckt ein Berg seinen Gipfel neugierig durch die Wolkendecke. Ich setze mich auf meinen felsigen Thron und halte einmal mehr einige Minuten inne, um den Moment zu genießen.
Nach dem kurzen Abstieg ist es Zeit für einen Schluck aus der Wasserflasche und mit einem Blick auf die Tankanzeige mache ich mich ein wenig beunruhigt auf den Rückweg. Ich bemühe mich, das Gefälle zu nutzen und gebe möglichst selten Gas, um Benzin zu sparen. Es ist anstrengend die engen Serpentinen hinunter zu fahren und ständig auf der Bremse zu stehen. Nach einem guten Stück halte ich kurz an, um mir die Sonnenbrille abzusetzen. Noch immer bin ich mitten auf dem Berg und weit und breit ist niemand da. Ich fahre wieder los und bin ich Gedanken schon bei einem köstlichen Abendbrot.Als es um die nächste Kurve geht sehe ich, dass einige Meter vor mir ein Baum auf der Straße liegt, der vorher dort nicht war. Mit einem Blick hoch zum Abhang mache ich einen Bogen um das Hindernis. Ich bin weder sonderlich schnell, noch hat mich die Situation erschreckt, also bremse ich nicht, sondern verlager einfach mein Gewicht.
Ich weiß noch, dass sich ein zu tiefst beunruhigendes Gefühl in mir ausbreitet, als ich merke dass ich mein Hinterrad den Kontakt zur Straße verliert. Panisch versuche ich, den wild schlingernden Roller zu fangen, doch dafür ist es zu spät. Ich erinnere mich, dass ich unsinniger weise denke, was für urkomisches Gesicht ich gerade ziehen muss, bevor ein heißer Schmerz mich durchzuckt. Danach fehlen einige Momente oder Minuten, ich weiß es nicht. Ich erinnere mich erst wieder, ein wenig abseits der Straße zu liegen und wie in Trance auf meine Wunden zu starren. Der Roller liegt einigermaßen heil neben mir. Im Schock versuche ich, die Maschine anzuheben, um weiterzufahren, doch ein ich lasse sofort wieder los, als ein Brennen durch meinen Daumen fährt. Wie ich mich und den Roller von der Straße bekommen habe, weiß ich nicht und es ist vielleicht besser so.
Ich weiß noch, dass sich ein zu tiefst beunruhigendes Gefühl in mir ausbreitet, als ich merke dass ich mein Hinterrad den Kontakt zur Straße verliert. Panisch versuche ich, den wild schlingernden Roller zu fangen, doch dafür ist es zu spät. Ich erinnere mich, dass ich unsinniger weise denke, was für urkomisches Gesicht ich gerade ziehen muss, bevor ein heißer Schmerz mich durchzuckt. Danach fehlen einige Momente oder Minuten, ich weiß es nicht. Ich erinnere mich erst wieder, ein wenig abseits der Straße zu liegen und wie in Trance auf meine Wunden zu starren. Der Roller liegt einigermaßen heil neben mir. Im Schock versuche ich, die Maschine anzuheben, um weiterzufahren, doch ein ich lasse sofort wieder los, als ein Brennen durch meinen Daumen fährt. Wie ich mich und den Roller von der Straße bekommen habe, weiß ich nicht und es ist vielleicht besser so.
Verzweifelt lege ich mich neben den Roller in den Graben und denke immer wieder, was die anderen sagen werden, wenn sie davon erfahren und wie meine Eltern wohl reagieren. Nach kurzer Zeit kommt ein Pick Up um die Ecke gebogen und hält sofort an, als die Situation klar wird. Von der folgenden Konversation und der Fahrt ins Krankenhaus fehlen große Teile und ich erinner mich nur noch daran, wie ein bekloppter zu zittern und zu stöhnen. Ich dachte immer, dass dieses Schmerzgestöhne in Filmen einfach übertriebener Quatsch wäre, aber da habe ich mich wohl geirrt.
Im Provinzkrankenhaus, wo die Thaifamilie mich abliefert, beruhige ich mich langsam wieder und mir wird klar, dass ich hier bestimmt keine ausschweifende Behandlung will. Die "Notaufnahme" ist ein großer Raum, dessen " Zimmer" durch Umhänge getrennte Betten sind. Die Ärztin ist die einzige, die Englisch spricht und fragt mich, wen sie kontaktieren soll, nachdem sie die Standarduntersuchung beendet hat. Meine Tasche haben meine Retter zum Glück abgegeben, bevor sie weitergefahren sind. Ich zeige darauf und stottere nur "Wallet", doch ein Wallet ist nicht in der Tasche. Die Schwestern räumen sie ein und wieder aus und finden meine Angestelltenkarte, aber kein Portemonnaie.
Auf ihr stehen jedoch zum Glück alle nötigen Details und sie rufen im Hotel an. Währenddessen erklärt mir Frau Doktor, dass sie mich röntgen werden, um Schulter und Hüfte zu checken. Als ich ihr meine rechte Hand zeige, die inzwischen so dick ist, wie mein Unterschenkel, tastet sie kurz und schmerzhaft und sagt dann "only swollen". Bevor ich in die Röhre komme, müssen meine Wunden gereinigt werden und ich beiße mir beinahe die Unterlippe ab, als die Krankenschwester mit fachmännischer Gründlichkeit über meine Schürfungen schrubbt. Die nächsten drei Wochen werde ich täglich zur Wundenreinigung und zum Verbandwechseln gehen und im Nachhinein bin ich froh, dass ich das zu dieser Zeit nicht weiß. Das Röntgenresultat beruhigt mich sehr und als die Ärztin mir mitteilt, dass das Hotel einen Transport geschickt hat, kann ich das erste Mal wieder lächeln.
Die Schmerzmittel beginnen zu wirken und während ich auf mein "Taxi" warte, schau ich mich von meinem Bett aus um. Ein Fehler. Der erste durch Schmerz und Verwirrung getrübte Eindruck erweist sich als gutmütige Untertreibung. Erst jetzt fällt mir auf, dass Frau Doktor gemütlich in Freizeitdress durch die Notaufnahme spaziert. Die Ecken der kleinen Halle sind voller Spinnenweben und ich werfe einen besorgten Blick auf meine Leidensgenossen. Der nächste Fehler. Im Bett neben mir erkenne ich durch die halbherzig zugezogenen Vorhänge einen kleinen Jungen. Er hat einen Bauch wie ein Kugel, die nicht zu seinem sonst zerbrechlichen Körper passt. Weinend, wie ein Schlosshund rollt er sich hin und her und ich komme mir ein wenig blöd vor mit meinem selbstverschuldeten Wehwehchen. Im "Raum" gegenüber sitzt eine alte dürre Thai und steckt sich am laufenden Band den Finger in den Mund. Jedes Mal würgt sie dröhnend und trocken, doch mehr passiert nicht. Ich bin froh, in den letzten Stunden nicht viel zu mir genommen zu haben und wende mich hastig ab. Vorsichtig betaste ich meinen Körper mit der Hand, die nicht in Kühlakkus und Verband gewickelt ist und werde mir das erste mal bewusst, was für ein Scheißglück ich hatte.
Auf ihr stehen jedoch zum Glück alle nötigen Details und sie rufen im Hotel an. Währenddessen erklärt mir Frau Doktor, dass sie mich röntgen werden, um Schulter und Hüfte zu checken. Als ich ihr meine rechte Hand zeige, die inzwischen so dick ist, wie mein Unterschenkel, tastet sie kurz und schmerzhaft und sagt dann "only swollen". Bevor ich in die Röhre komme, müssen meine Wunden gereinigt werden und ich beiße mir beinahe die Unterlippe ab, als die Krankenschwester mit fachmännischer Gründlichkeit über meine Schürfungen schrubbt. Die nächsten drei Wochen werde ich täglich zur Wundenreinigung und zum Verbandwechseln gehen und im Nachhinein bin ich froh, dass ich das zu dieser Zeit nicht weiß. Das Röntgenresultat beruhigt mich sehr und als die Ärztin mir mitteilt, dass das Hotel einen Transport geschickt hat, kann ich das erste Mal wieder lächeln.
Die Schmerzmittel beginnen zu wirken und während ich auf mein "Taxi" warte, schau ich mich von meinem Bett aus um. Ein Fehler. Der erste durch Schmerz und Verwirrung getrübte Eindruck erweist sich als gutmütige Untertreibung. Erst jetzt fällt mir auf, dass Frau Doktor gemütlich in Freizeitdress durch die Notaufnahme spaziert. Die Ecken der kleinen Halle sind voller Spinnenweben und ich werfe einen besorgten Blick auf meine Leidensgenossen. Der nächste Fehler. Im Bett neben mir erkenne ich durch die halbherzig zugezogenen Vorhänge einen kleinen Jungen. Er hat einen Bauch wie ein Kugel, die nicht zu seinem sonst zerbrechlichen Körper passt. Weinend, wie ein Schlosshund rollt er sich hin und her und ich komme mir ein wenig blöd vor mit meinem selbstverschuldeten Wehwehchen. Im "Raum" gegenüber sitzt eine alte dürre Thai und steckt sich am laufenden Band den Finger in den Mund. Jedes Mal würgt sie dröhnend und trocken, doch mehr passiert nicht. Ich bin froh, in den letzten Stunden nicht viel zu mir genommen zu haben und wende mich hastig ab. Vorsichtig betaste ich meinen Körper mit der Hand, die nicht in Kühlakkus und Verband gewickelt ist und werde mir das erste mal bewusst, was für ein Scheißglück ich hatte.
Mein Taxi ist ein nach hinten offener Van, auf dem ich und der Roller verstaut werden und die Rückreise ist rumplig und schmerzhaft, da jede Erschütterung erneut schmerzhaft durch meinen Körper zuckt. Ich rufe Kathrin an, doch sie nimmt es relativ gelassen und verspricht, mich zu pflegen, wenn sie kommt. Im Hotel nehmen Sie es nicht so gelassen und meine Trainee-managerin besteht darauf, gleich am nächsten Morgen ins städtische Krankenhaus zu fahren, um mich noch einmal checken zu lassen. Zum Glück, denn das erste, was der Chefarzt sagt, als er meine rechte Hand sieht, ist "x-ray". Ich befürchte Böses und die Bestätigung erscheint 15 Minuten später auf dem Bildschirm. Mein rechter Daumen ist direkt über dem Gelenk sauber durch gebrochen. Gleich am nächsten Tag setzt man eine Blitz-OP an und mir wird ein bisschen schlecht, als ich das höre. Die Örtlichkeiten im Stadtkrankenhaus sind jedoch wesentlich besser, als in der Provinzklinik und ich stimme zu.
Die OP verläuft reibungslos und heute, ein paar Monate später erinnern nur noch zwei dunkle Flecken auf dem Handrücken an die Nägel, die wochenlang in meiner Hand steckten, um die Bruchstücke zu fixieren. Außer einem herausstehendem Schulterknochen ist nichts mehr von meinem Unfall übrig und ich werde keinen Roller mehr besteigen...bevor ich meinen Motorradführerschein habe ;)
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